Konzept
Vorbemerkungen
Der Kinder- und Jugendzirkus Zack und die Modersohn- Grundschule streben die Durchführung eines gemeinsamen Zirkus- Projektes an, das sich an alle Akteure des Umfeldes Schule richtet, gleichermaßen an SchülerInnen, PädagogInnen, Eltern und die umliegenden Einrichtungen im Sozialraum VIII.
In seiner Ausrichtung sollen alle Beteiligten ihren Platz im Zirkus finden, von der Requisitenarbeit über die Kostümgestaltung, Gestaltung des Bühnenbildes und der Betreuung der Lichttechnik, der Bewerbung und der Begleitung der Regie (Regiegruppe) durch SchülerInnen. Hier entsteht ein Prozess, in dem sich die einzelnen Bereiche verzahnen. Ebenfalls sollen die Kommunikationswege zwischen einzelnen Gruppen durch SchülerInnen getragen werden. „Eine Schule setzt sich in Bewegung“. In einem zweiwöchigen Prozess im Mai 2008 herrscht ein reges Treiben zwischen unterschiedlichen Einrichtungen. EinradfahrerInnen und Clowns beherrschen das Straßenbild. Stelzen flanieren über den Zebra- Streifen, während eine junge Artistin langsam am Trapez unter der Zirkuskuppel die Arme öffnet.

Mit dem Projekt werden alle Akteure nachhaltig in Berührung gebracht, das Interesse für einander gestärkt und Umgangsformen trainiert. Aus dem Projekt können Bedürfnisse neu formuliert werden: Gemeinwesen wird erfahrbar gemacht. Die Grenzen zwischen Schule, Elternhaus und Freizeiteinrichtungen werden durchlässig und geben die Chance zu einem für alle bereichernden Perspektivwechsel.
Veranstalter
Zirkus Zack in Kooperation mit der Modersohn- Grundschule, dem Förderverein der Modersohn- Grundschule, KIKÜ – die Kinderküche e.V., der KFE Känguruh, der JFE Skandal und weiteren Trägern im Sozialraum VIII.
Veranstaltungsort
Für das Projekt wird ein Zirkuszelt (siehe vorausgegangenes Foto) aufgestellt. Die Vorbereitenden Maßnahmen finden in der Schule, in den Räumen des Zirkus Zack und in den angrenzenden Kinder- und Jugend- Freizeit- Einrichtungen statt.
Projektzeitraum
Die vorbereitenden Maßnahmen beginnen ab September 2007. Ab Oktober 2007 nimmt die Elternband die Proben auf.
Ab Februar/ März 2008 beginnen erste unterrichtsbegleitende Maßnahmen.
Die Theater- und Clownsarbeit, der Tanz, Kostüm- und Requisitengestaltung sowie der Umgang mit Medien, PR, werden im Wahl-Pflicht-Unterricht als Kurse angesiedelt.
Für die 6. Klasse beginnt der projektorientierte Physikunterricht (Lichttechnik).
Für die Eltern und PädagogInnen werden ab dem 31.März Zirkuskurse angeboten.
In der ersten Maiwoche werden in der Schule zwei Gruppen etabliert. Um zwei altersübergreifende Gruppen zu erreichen, werden die ersten, dritten und fünften Klassen und die zweiten, vierten und sechsten Klassen zusammen arbeiten.
In beiden Gruppen wird jeweils ein Oberthema erarbeitet und abgestimmt.
Die PR- Arbeit wird von den Eltern an die SchülerInnen übergeben.
Orientierungsphase/ Kursbetrieb
Ab 31. März 2008 lernen die SchülerInnen im Sportunterricht Zirkustechniken. Alle verfügbaren Requisiten sollen angefasst und ausprobiert werden (10 Unterrichtseinheiten [UE]/ Klasse). Dadurch lernen die SchülerInnen, dass alle ihren Platz im Zirkus finden können, unabhängig von Größe, Gewicht und Geschicklichkeit. Ein Verständnis für das Arbeiten in der Gruppe und der Umgang mit Regeln werden zirkusspezifisch trainiert.
Aufbau und Eröffnung des Zirkuszeltes
Am 09. Mai 2008 errichtet der Zirkus Zack mit elterlicher Unterstützung das Zirkuszelt. Die Pfingstferien bieten den Raum für die Ausgestaltung des Zeltes und des umliegenden Zirkusplatzes unter intensiver Einbeziehung elterlichen Engagements. Dazu gehört auch die Gestaltung der Freiflächen.
Mit einer großen Eröffnungsgala am 17. und 18. Mai wird die Projektwoche von Kindern des Zirkus Zack eröffnet.
Zeltzeit

In den zwei folgenden Wochen erarbeiten jeweils elf Gruppen/ Woche an voraussichtlich fünf Probeorten in unterschiedlichen Zirkus- Genres sowie den darstellenden und technischen Bereichen eine Vorstellung.
Jeweils am Freitag findet ab 14.00 Uhr die Generalprobe statt, die für die andere Gruppe von SchülerInnen offen ist.
Die Vorstellungen finden jeweils am Samstag, vormittags und nachmittags statt.
Im Abendbetrieb stehen Eltern, PädagogInnen und VertreterInnen der Kinder- und Jugendfreizeit- Einrichtungen auf der Bühne.
Methoden
Vorbereitung/ Einführung
Nach der Abstimmung mit allen Beteiligten wird das pädagogische Team, KursleiterInnen, HorterZieherInnen, LehrerInnen und ErzieherInnen der umliegenden Freizeiteinrichtungen mittels einer Fortbildung zum Thema Partizipation auf das Projekt vorbereitet. Diese Fortbildung richtet sich auch an interessierte Eltern.
Im Rahmen eines Bildungstages wird eine zirkuspädagogische Fortbildung für das pädagogische Personal der Schule durchgeführt.
Themenwahl/ Partizipation
Wie eingangs erläutert, wird das jeweilige Thema mit den teilnehmenden Kindern/ Akteuren erarbeitet.
Darüber hinaus haben sie während der gesamten Zeit die Möglichkeit, eigene Ansätze zu formulieren und an die Regiegruppe bzw. in den Workshops an die ZirkuspädagogInnen weiter zu geben.
Requisitenwahl

Wir streben eine möglichst große Bandbreite zirzensischer Techniken an, damit alle Kinder entsprechend ihrer individuellen Interessen und Fähigkeiten gefördert werden können:
Akrobatik, Clown, Diabolo, Drahtseil, Einrad, Jonlage, Kugel, Luftakrobatik (Trapez, Tuch), Minitrampolin, Rola Bola, Springseil, Stelzen, Tanz, Theater und Clownerie.
Zeltzeit
Mit dem Aufbau des Zeltes dürfen alle Eltern Hand anlegen. Dadurch wird der eigene Handlungsraum erfahrbar gemacht.
Die Kinder wählen drei Disziplinen/ Genres aus. Via Wahlverfahren (Ziehung) werden sie einem Requisit/ Genre zugeordnet an/ in dem sie eine Woche bis zur Show trainieren oder arbeiten. Mit den Requisiten werden einzelne Nummern erarbeitet.
Die Theatergruppe führt die einzelnen Nummern zu einer Geschichte zusammen. Der Fortgang der Geschichte wird in einem offenen Prozess dokumentiert. So ist ein ständiger Austausch zwischen den einzelnen Gruppen gegeben.
Jeweils von Montag bis Mittwoch werden Techniken erarbeitet. Ab Mittwoch fließen die erlernten Techniken in die Nummernarbeit ein. Schon zum Wochenbeginn haben die TN die Möglichkeiten, eigene Ideen zu sammeln bzw. zu benennen. Je nach Requisit bzw. Genre wird die Nummernarbeit etwas früher oder später einsetzen.
Zielsetzungen
Zirkus tut allen gut
Zirkus fördert die motorischen und sozialen Kompetenzen der TN. Koordination, Feinmotorik und das Balancegefühl werden gestärkt.
Zirkus und die aktive körperliche Betätigung regen die Kreativität an. Die Konzentrationsfähigkeit wird gesteigert. In der Gruppenarbeit werden soziale Kompetenzen gefördert.
Die Übernahme von einzelnen Tätigkeiten stärkt das Verantwortungsbewusstsein.
Durch gestalterische und technische Workshops werden Praxisbezüge hergestellt.
Durch das Projekt sollen Anregungen geboten werden, um diskursiv zu eigenen Entscheidungen zu gelangen, die gegebenenfalls Konsens finden oder selbstbewusst zur Opposition kultiviert werden können. Diversität ist die Grundvoraussetzung echter demokratischer Prozesse und funktionaler demokratischer Systeme.
„Partizipation ist ein Mittel gegen Demokratieverdrossenheit. Beteiligungsprojekte wecken bei jungen Menschen die Bereitschaft für ein Engagement im Gemeinwesen.“ (Waldemar Stange)
Durch das Projekt sollen kiezrelevante Bedürfnisse ermittelt und ein Prozess moderiert werden, aus dem die Elternschaft Gestaltungsspielräume benennt und politische Forderungen formuliert.
Der Prozess wirkt nachhaltig in den Sozialraum, besonders durch die Verzahnung mit den umliegenden Trägern.
Download des Konzeptes zum Ausdrucken:
Das Konzept in ganzer Länge (PDF, 296 KB)
Die Kurzfassung (PDF, 188 KB)