Mitarbeit

Das Projekt “Modersohn-Zirkus” entstand aus einer Idee der Modersohn-Grundschule, die durch den Zirkus Zack weiterentwickelt wurde. In fruchtbarer Zusammenarbeit wurde ein Konzept entwickelt und eine Finanzplanung erstellt. Die Durchführung lag in der Eigenverantwortung der handelnden Personen, eine zentrale Projektführung gab es nicht. Die Erwachsenen waren aufgerufen, die Kinder bei der Durchführung des Projektes zu unterstützen.

Die Schule

Die Idee ging von der Schule aus. Welche Ausmaße das Projekt annehmen würde, hätten sich die Pädagogen am Anfang sicher nicht träumen lassen. Auch die Schule betrat im Laufe des Projektes viel Neuland. Es wurden neue Formen der Zusammenarbeit mit Eltern versucht und Lehrer durften manche Schüler von völlig neuer Seite kennenlernen.

Mit Beginn des zweiten Schulhalbjahres begannen in der Schule im Wahlpflichtunterricht Zirkuskurse in den Bereichen Tanz, Theater, Clownerie, Computer/Dokumentation, Zirkusband, Kostümgestaltung und Lichttechnik. Kurse dieser Art hat es vorher nicht gegeben, außerdem sollten schulfremde Personen, in diesem Fall Mitarbeiter des Zirkus Zack in diesen Kursen mitarbeiten. Die Schule gab also einen Teil des direkten Einflusses ab. In der unmittelbaren Vorbereitung der Projektwochen kamen auch noch Eltern hinzu, die in der Schule ein- und ausgingen, in Schulkursen halfen oder diese dokumentierend begleiteten.

Im Zirkus sind alle gleich. Wie sehr sich die Pädagogen auf dieses Prinzip einließen, zeigt die große Beteiligung von Lehrern und Erziehern beim Erwachsenzirkus.

Die Eltern

Zu Beginn der intensiven Projektvorbereitung etwa im Februar 2008 haben die schon existierenden Arbeitsgruppen im Foyer der Schule in wenigen Worten umrissen, wo interessierte und engagierte Eltern gesucht werden. Wenn jeder einen bescheidenen Beitrag zu leisten bereit wäre, würde am Ende ein Ergebnis stehen, auf das alle stolz sein können. Andererseits würde das Projekt ohne das Interesse und Engagement unbeachtet bleiben. Der Modersohn-Zirkus setzte voll und ganz auf Eigeninitiative.

Es ist in der Tat erstaunlich, was für Talente bei den Eltern der Modersohn-Grundschule zu finden sind, welch großes Maß an Enthusiasmus und Bereitschaft, einen Teil seiner knappen Freizeit für die Gemeinschaft einzubringen. Organisiert wurde diese Zusammenarbeit in Arbeitsgruppen, die jeweils einen festen Teil der Organisation übernahmen. Diese waren keine starren Gruppen, mancher konnte das Arbeitspensum aus privaten oder beruflichen Gründen nicht über so einen langen Zeitraum durchhalten, andere stießen später dazu.

Natürlich konnte man auch nicht von allen Eltern Interesse erwarten. Es gab übrigens nicht wenige, die mit Zirkus eigentlich nicht viel am Hut haben, sich aber dennoch selbstlos für das Zirkus-Projekt engagiert haben. Angesichts der Form der Selbstorganisation und des dadurch erforderlichen Maßes an Eigenverantwortung waren viele Eltern allerdings überfordert.

Je näher die Zeltzeit rückte, desto öfter gab es auch konkrete kleine Aufgaben zu verteilen. Über “Flugblätter”, Aushänge oder die Internetseite wurde dann um konkrete Mitarbeit gebeten, was auch oft klappte. Es ließen sich geschätzte 20% der Eltern zur aktiven Mitarbeit bewegen, was ein erstaunlicher Wert ist, denn nicht jeder ist so ohne Weiteres in der Lage, neben Familie und Beruf auch noch ehrenamtliche Arbeit zu leisten.

Das Umfeld

Viele fleißige Helfer und Freunde des Zirkus Zack ließen sich von der Idee dieses Projektes begeistern. In den nahe gelegenen Freizeiteinrichtungen wurden Kurse vor und während der Projektwochen durchgeführt. Das “Känguruh” und das “Skandal” stellten uns außerdem einen Teil ihrer Einrichtung zur Verfügung.

Mitglieder und Freunde des RAW-Tempels waren maßgeblich am Auf- und Abbau der Zelte beteiligt, ebenso an der Platzgestaltung, -bewachung und -erhaltung. Man stelle sich das vor: Modersohn-Zirkus ohne Zirkuszelt! Das Projekt hat viel positives Echo im Kiez erfahren. So viel Mut wurde zu Recht mit viel Aufmerksamkeit und Hilfe belohnt.